Die französischen formules de politesse zu beherrschen ist keine leichte Aufgabe. Es gibt so viele zur Auswahl, und einige von ihnen können für Nicht-Muttersprachler endlos lang und kaum verständlich erscheinen.
Es ist wichtig, sie nicht zu verwechseln, besonders wenn du an einen Personalverantwortlichen oder eine Vorgesetzte Person schreibst. Dieser Artikel führt dich durch das Minenfeld der französischen E-Mail-Schlussformeln und zeigt dir, wie du sie effektiv einsetzen kannst.
„Cordialement" reicht doch aus, oder?
Du hast wahrscheinlich bemerkt, dass „cordialement" mit Abstand die häufigste E-Mail-Schlussformel in Frankreich ist. Wie wir jedoch weiter unten sehen werden, ist sie nicht für jede Situation geeignet.
„Cordialement" bedeutet wörtlich „herzlich" oder „freundlich". Obwohl „cordially" am Ende einer englischen E-Mail akzeptabel ist, ist es ein veralteter Ausdruck, der nicht der Art entspricht, wie Franzosen „cordialement" verwenden. Er entspricht tatsächlich „best/warm/kind regards" - eine relativ neutrale Schlussformel, die für Kollegen, einen vertrauten Kunden oder jemanden geeignet ist, dessen Position nicht zu viel Formalität erfordert. Mit „bien cordialement" kannst du etwas mehr Wärme hinzufügen.
Wie oben erwähnt, gibt es viele Optionen - zögere also nicht, dich abzuheben, indem du zum Beispiel „sincerement" oder „cordiales salutations" wählst. Wenn du die Person kennst, personalisiere deine E-Mail, indem du mit „a bientot" oder „au plaisir" (auf Wiedersehen), „bonne journee" oder sogar „en vous souhaitant une excellente fin de semaine" schliessen - das kann sogar mit einem Ausrufezeichen enden, ähnlich wie „bis dann!" oder „schönes Wochenende!" im Deutschen.
In einem formelleren Kontext bieten sich Ausdrücke wie „avec ma sincere consideration", „je vous prie d'agreer mes meilleures salutations" oder sogar „je vous prie de croire a mes sentiments cordiaux et respectueux" an - das Äquivalent von „mit freundlichen Grüssen" im Deutschen, ideal für die Ansprache von Vorgesetzten oder angesehenen Persönlichkeiten.
Bewerbung schreiben
Im Deutschen kann man bei einer Bewerbung per E-Mail mit einem knappen „Mit freundlichen Grüssen" auskommen. Beim Schreiben in der Sprache Molières ist das jedoch nicht der Fall...
Hier ist ein Beispiel einer höflichen Schlussformel beim Schreiben an einen Personalverantwortlichen: „Me tenant a disposition pour un entretien a la date qui vous conviendra, je vous prie d'agreer, Madame Durant, l'expression de ma consideration distinguee."
Diese klassischen (und endlosen!) Ausdrücke sind unverzichtbar und zeigen deinen Respekt für die richtigen Verfahren. Sie lassen sich in drei Teile gliedern:
- - En esperant que ma candidature retiendra votre attention, je vous prie d'agreer,...
- Me tenant a disposition pour un entretien a la date qui vous conviendra, je vous prie d'agreer,...
- Desireux(se) de vous demontrer ma motivation, je vous prie de recevoir,...
- - Madame,...
- Monsieur,...
- Madame, Monsieur,...
- Monsieur le Directeur,...
- Madame Durant,...
- - L'expression de mes sinceres salutations.
- L'expression de ma consideration distinguee.
Hinweis: Es ist zwingend erforderlich, den Empfänger am Anfang und am Ende deiner E-Mail auf genau dieselbe Weise anzusprechen. Der Abschnitt über verschiedene E-Mail-Anreden erklärt dir mehr über die richtigen Formeln.
Dankbarkeit ausdrücken
„Vous remerciant par avance pour..." ist das Äquivalent von „im Voraus vielen Dank" und ist eine gute Möglichkeit, zum Handeln anzuregen und gleichzeitig Dankbarkeit auszudrücken.
Um einfach Danke zu sagen, beende deine E-Mail mit „avec mes remerciements", „avec tous mes remerciements" oder „avec mes sinceres remerciements".
Eine Antwort erbitten
Die richtige Schlussformel am Ende einer E-Mail zu verwenden ist eine hervorragende Möglichkeit, um eine Antwort zu bitten und dabei höflich zu bleiben.
Schreibe „dans l'attente de votre reponse, je vous prie d'agreer mes meilleures salutations". Subtil, aber wirksam. Das deutsche Äquivalent „Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung" ist gleichermassen wirksam, aber weit weniger subtil - eine direkte Übersetzung dieses Ausdrucks könnte einen französischen Empfänger befremden.
Freunde und Familie
Es versteht sich von selbst, dass Ausdrücke wie „Liebe Grüsse", „Küsschen" oder „Pass auf dich auf" im Deutschen niemals in einem beruflichen Umfeld verwendet werden sollten; ebenso sollten „bisous", „grosses bises", „amities", „bien a toi" für enge Freunde und Familie reserviert bleiben.
Genau wie im Deutschen kannst du deine Schlussformeln personalisieren. Zum Beispiel werden „musicalement" oder „sportivement votre" dir helfen, aus der Masse herauszustechen.
Und für die Anrede?
Am Anfang einer E-Mail ist „bonjour Martin" für Kollegen oder jemanden, mit dem du eine laufende Beziehung hast, völlig angemessen. Für enge Freunde kannst du lockerer mit „salut" oder „coucou" sein, was „hi" bedeutet.
Wenn du an eine Vorgesetzte Person schreibst, empfiehlt es sich, „cher(chere) collegue" zu verwenden.
In formellen Situationen wie einer Bewerbung, wenn der Personalverantwortliche unbekannt ist, verwende „Madame, Monsieur" (Hinweis: Madame steht immer vor Monsieur). Wenn du jedoch seinen Namen, Titel oder sein Geschlecht kennst, verwende es zusammen mit dem Adjektiv „cher(chere)" - auf keinen Fall „bonjour", das in diesem Kontext als zu informell gilt. Zum Beispiel: „Cher Monsieur Dupont/Chere Madame la Directrice/Cher Monsieur".




