« Je peux pratique souvent ». « Je vais continue à travailler ». « Il faut essayer de partage ». Diese drei Sätze haben alle dasselbe Problem: Das zweite Verb müsste im Infinitiv stehen.
Es ist einer der häufigsten Fehler, die ich korrigiere, und einer der einfachsten, sobald man die Regel verstanden hat.
Im Französischen steht ein zweites Verb, das auf ein konjugiertes Verb folgt, in der Regel im Infinitiv - entweder direkt oder nach einer Präposition wie à, de, pour oder sans. Das gilt insbesondere nach pouvoir, devoir, vouloir, aller und venir de sowie mit der unpersönlichen Wendung « il faut ». Die einzige echte Ausnahme ist die Präposition « après », die den Infinitiv Perfekt verlangt. In den zusammengesetzten Zeiten ist das zweite Element dagegen ein Partizip Perfekt, und in einem mit « que » eingeleiteten Nebensatz - wie « il faut que » - wird das Verb in dem Modus konjugiert, den die Konstruktion fordert. Der Infinitiv selbst verändert sich nie, unabhängig vom Subjekt: « je peux parler », « tu peux parler », « ils peuvent parler ».
Die Grundregel: konjugiertes Verb + Infinitiv
Wenn auf ein konjugiertes Verb ein weiteres Verb folgt, steht dieses in der Regel im Infinitiv - entweder direkt oder in einer Struktur mit einer Präposition.
Achtung, diese Regel betrifft nicht die zusammengesetzten Zeiten. In « j'ai mangé » (ich habe gegessen) oder « elle est partie » (sie ist weggegangen) hast du zwar zwei Verbformen nebeneinander, aber die zweite ist ein Partizip Perfekt, kein Infinitiv. Die Regel, über die wir hier sprechen, betrifft direkte Konstruktionen mit pouvoir, devoir, vouloir, aller, venir de und die Verbindungen mit einer Präposition - nicht die Bildung der zusammengesetzten Zeiten.
Der Infinitiv ist die Form des Verbs, die du im Wörterbuch findest. Bei der großen Mehrheit der Verben endet er auf -er (parler, manger, chanter), -ir (finir, partir, sortir) oder -re (prendre, attendre, boire).
Ein paar einfache Beispiele:
- Je peux parler français (nicht « je peux parle »)
- Tu dois finir tes devoirs (nicht « tu dois finis »)
- Elle veut prendre le bus (nicht « elle veut prend »)
- Nous allons manger au restaurant (nicht « nous allons mangeons »)
Die Modalverben: pouvoir, devoir, vouloir, savoir
Pouvoir, devoir, vouloir und savoir werden häufig als die wichtigsten Modalverben des Französischen vorgestellt: Sie drücken jeweils Fähigkeit, Verpflichtung, Wille und Wissen aus. In dieser Konstruktion werden sie von einem Infinitiv gefolgt. Dazu kommt die unpersönliche Wendung il faut, die - ohne im strengen Sinne ein Modalverb zu sein - sich in dieser Struktur genauso verhält: Sie wird in der Regel von einem Infinitiv gefolgt.
In dieser Konstruktion ist der Infinitiv zwingend.
Hier sind echte Fehler, die ich jede Woche korrigiere:
- ❌ Je peux pratique souvent
✅ Je peux pratiquer souvent - ❌ Je peux règle mes dépenses
✅ Je peux régler mes dépenses - ❌ Je peux gére l'équipe
✅ Je peux gérer l'équipe - ❌ Tu peux vient me voir demain ?
✅ Tu peux venir me voir demain ?
Das Heimtückische: « pratique », « règle » und « gère » sind Formen, die es im Französischen gibt. Aber es sind die konjugierten Formen im Präsens: « je pratique », « je règle », « je gère ». Nach einem Modalverb brauchst du unbedingt den Infinitiv: pratiquer, régler, gérer.
Die Bewegungsverben: aller, venir
« Aller » (gehen) und « venir » (kommen) gefolgt von einem weiteren Verb funktionieren in dieser Konstruktion auf dieselbe Weise. Das zweite Verb bleibt im Infinitiv.
- Je vais manger au restaurant (Ich werde im Restaurant essen)
- Elle va partir demain (Sie wird morgen abreisen)
- Nous venons voir ta sœur (Wir kommen, um deine Schwester zu besuchen)
- Ils viennent chercher leurs enfants (Sie kommen, um ihre Kinder abzuholen)
Häufige Fehler:
- ❌ Je vais continue à travailler
✅ Je vais continuer à travailler - ❌ Je vais travaille pendant la journée
✅ Je vais travailler pendant la journée - ❌ Le médecin va prescrit des exercices
✅ Le médecin va prescrire des exercices
Bonus: « venir de » + Infinitiv drückt die jüngste Vergangenheit aus. « Je viens de manger » bedeutet, dass du vor wenigen Minuten gegessen hast. « Elle vient de partir » = sie ist gerade weggegangen. Sehr nützlich zu merken.
Nach Präpositionen: de, à, pour, sans
Fast alle Präpositionen vor einem Verb verlangen den Infinitiv - die einzige echte Ausnahme ist « après », auf das wir weiter unten zurückkommen. Nach de, à, pour, sans, avant de, afin de wird das Verb nicht konjugiert.
- J'essaie de comprendre (Ich versuche zu verstehen)
- Il commence à parler français (Er fängt an, Französisch zu sprechen)
- Je travaille pour gagner ma vie (Ich arbeite, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen)
- Elle est partie sans dire au revoir (Sie ist gegangen, ohne sich zu verabschieden)
- Lave-toi les mains avant de manger (Wasch dir die Hände vor dem Essen)
Typischer Fehler:
- ❌ Il faut essayer de partage
✅ Il faut essayer de partager
« Essayer » wird von der Präposition « de » gefolgt, daher bleibt das darauffolgende Verb im Infinitiv. Keine Konjugation, kein Partizip Perfekt, nichts. Nur der Infinitiv.
Die Ausnahme: « après ». Diese Präposition ist die einzige, die anders funktioniert. Man verwendet nicht den einfachen Infinitiv, sondern den Infinitiv Perfekt (avoir oder être im Infinitiv + Partizip Perfekt):
- Après avoir mangé, nous sommes partis (Nach dem Essen sind wir gegangen)
- Après être arrivé à Paris, j'ai appelé ma famille (Nachdem ich in Paris angekommen war, habe ich meine Familie angerufen)
Man sagt nie « après manger » (außer in einigen festen Ausdrücken). Es ist die einzige Präposition, die aus dem klassischen Schema fällt.
Die Falle: « il faut » vs « il faut que »
Achtung, « il faut que » gehört zu einer anderen grammatikalischen Struktur: ein mit « que » eingeleiteter Nebensatz, der den Subjonctif verlangt. Vergleiche diese beiden Sätze:
- Il faut partir tout de suite (Man muss sofort gehen - Infinitiv)
- Il faut que tu partes tout de suite (Du musst sofort gehen - Subjonctif)
« Il faut » alleine = Infinitiv. « Il faut que » + Subjekt = Subjonctif. Diese Regel bricht alle Reflexe der Lernenden, weil manchmal der umgekehrte Fehler auftaucht:
- ❌ Il faut que je me forcer
✅ Il faut que je me force
Hier hat die lernende Person die Regel « konjugiertes Verb + Infinitiv » angewendet, aber es handelt sich nicht um dieselbe grammatikalische Struktur: « il faut que » leitet einen Nebensatz mit einem neuen Subjekt ein, und genau diese Konstruktion verlangt den Subjonctif.
Einfache Merkregel: nach « il faut que », « il est nécessaire que », « je veux que » steht das folgende Verb im Subjonctif. Achtung, nicht alle mit « que » eingeleiteten Nebensätze verlangen den Subjonctif - « je sais que », « je pense que » bleiben im Indikativ. Es sind vor allem Ausdrücke der Verpflichtung, des Wunsches oder des Zweifels, die den Subjonctif auslösen.
Warum dieser Fehler so häufig ist
Auf Englisch: « I can practice », « I must work », « I want to go » - das zweite Verb bleibt in der Grundform. Englischsprachige übersetzen natürlich Wort für Wort und behalten das Verb wie im Englischen.
Das Problem ist, dass « je pratique » im Französischen bereits eine konjugierte Form ist (Präsens des Verbs pratiquer). Wenn du also « je peux pratique » schreibst, stellst du zwei konjugierte Verben nebeneinander, was grammatikalisch unmöglich ist.
Trick: Wenn du zögerst, frag dich, ob die Verbform so wie sie ist im Wörterbuch steht. « Pratiquer », ja (das ist der Wörterbucheintrag). « Pratique » ist eine konjugierte Präsensform. Nach einem Modalverb nimmst du immer den Wörterbucheintrag: « je peux pratiquer ».
Der Sonderfall: « practice » im Französischen
Ein sehr häufiger Fehler bei Englischsprachigen: « je dois practice mon français ». Das englische Verb « to practice » hat sich in den französischen Satz eingeschlichen.
Im Französischen heißt das Verb pratiquer. Es wird wie alle Verben auf -er konjugiert: je pratique, tu pratiques, il pratique, nous pratiquons, vous pratiquez, ils pratiquent. Nach einem Modalverb verwendet man den Infinitiv: « je dois pratiquer mon français ».
NB: Diese Regel von zwei aufeinanderfolgenden Verben ist eine der lohnendsten, die man beherrschen kann. Sobald sie verinnerlicht ist, verschwindet ein Fehler, der in fast jedem Satz auftaucht. Übe, indem du deine eigenen Texte laut liest: Sobald du zwei Verben nebeneinander siehst, prüfe, dass das zweite wirklich im Infinitiv steht.




